ABOUT WOWART


Die Fotos von Markus Bär sprechen eine klare Sprache. Sie sind geradlinig, ehrlich, rein. Jahrelang schulte er sein Auge mit Aktzeichnungen, bevor er sich eine Kamera kaufte und zu fotografieren begann. Autodidaktisch. Ein bis zwei Shootings pro Woche 4 Jahre lang und dann weisst du wie es geht, sagte ihm mal sein Vorbild Stefan Gesell.

Bär, der auf ein breites grafisches Grundwissen baut, interessiert sich für Konturen, Linien, Kontraste. Seine uncodiert-schnörkellosen Bilder holt er on the scene aus den Models heraus. «Fotografie ist in dieser Hinsicht gnadenlos», weiss er. «Jede Gefühlsregung des Gegenübers sieht man auf dem fertigen Bild.» Also gilt es, eine stimulierende Studioatmosphäre aufzuspannen, einen Raum, in dem Bär seine Figuren formt.

Der Künstler Markus Bär arbeitet mit dem nackten Körper. Mit der Substanz an sich. Daraus erschafft er expressive Illustrationen. Hochästhetische Abzüge, mal mystisch, mal verträumt, mal anrüchig, mal frech – und immer sehr sinnlich. Dabei vermeidet Bär, der die Nachbearbeitung der Aufnahmen artistisch beherrscht, das allzu Explizite. Plattheiten liegen im fern. Vielmehr setzt er auf den Bildsturm, den er im Kopf des Betrachters lostritt. Er spielt mit dem Unerschlossenen, Verdeckten, mit dem Geheimnisvollen, noch Unentdeckten. Und bewahrt sich dabei eine Sachlichkeit der Bilder. Das Auge des Betrachtenden verweilt so länger auf der Fotografie. Sucht das Versteckte zu ergründen. Trachtet das Ungezeigte zu finden. Tastet sich vorsichtig vor. Und findet sich unversehens in Bärs potenter Bildwelt wieder. Einer Bildwelt, in die es sich lohnt, einzutreten. Und zu verweilen.

Markus Bärs Bilder besitzen Aufforderungscharakter. Nimm mich. Hier bin ich. Das will ich. Der Fotograf inszeniert Szenen mit expliziter Botschaft. So scheint es. Kunst? Wen kümmerts! Kunst ist, was gefällt. Bär schert sich wenig um vorgefasste Urteile. Muss er auch nicht. Er, der sich jahrzehntelang mittels Aktskizzen mit dem weiblichen Körper auseinandersetzte, kann es sich leisten, dem eigenen Stil konsequent treu zu bleiben und sein Universum mit reinlichen Frauenakten zu bevölkern. Weshalb kaum Männer? Bär schnaubt: «Leider sind interessante männliche Modelle schwer zu finden!»

Je nachdem, in welcher Sparte Bär gerade agiert. Ob er seine Models mit Overknees und Dessous ausstattet, in Gothic Klamotten steckt oder quasi nude posieren lässt. Ob er ihre Haare kunstvoll auftürmt oder Fashion präsentiert. Eines indes, spielt immer mit: Erotik. Sei es ein Hauch von Sinnlichkeit. Oder das komprimierte Dekret. «Ja», sagt Bär, «das interessiert.» Das und mit wenig viel auszusagen.

Deshalb drückt der Künstler die Sinnenfreude dem Betrachter nicht aufs Auge. Leuchtet mitnichten gänzlich aus. Setzt das Sinnliche in ein Gefährt mit abgedunkelten Scheiben. Hält die Bilder frei von Firlefanz. Bleibt streng ästhetisch. Überhöht ins Mythische. Oder Fantastische. Klar ist: Was man sieht, ist vielleicht wollüstig. Aber das Verborgene löst die Bilderflut aus. Wahre Kaskaden im Kopf des Betrachters. Das weiss Bär. Und darauf setzt er. Worauf er sitzt: Auf einer Sammlung von Tausenden von Fotos. Gezeigt hat er diese noch kaum. Es wäre zu wünschen, dass er die Bildtruhe öffnet. Und seine Arbeiten einem breiteren Publikum zugänglich macht.

Fotograf wowart Chur

WOWART IN ACTION


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